Grüße aus Fukushima

Heute Abend war ich mit einer Freundin in Doris Dörries neuestem Film „Grüße aus Fukushima“. Zwei Frauen sind dort die Hauptdarstellerinnen: eine junge Deutsche und eine ältere Japanerin, die beide auf unterschiedliche Art mit den Geistern ihrer jeweiligen Vergangenheit kämpfen. Zusammen gehen sie in das halb zerstörte Haus der Japanerin, welches bei dem Tsunami verwüstet wurde und nun in der Sperrzone liegt. Dort leben sie eine Weile miteinander.

Eine Szene hat mich besonders berührt. Die alte Japanerin, die eine Geisha ist, bringt der jungen Deutschen bei, wie man Tee trinkt. Nein, man nimmt nicht einfach einen Schluck Tee und das war’s dann… Im Gegenteil: Achtsam, leise und mit beiden Händen fasst man die Teetasse mit dem dampfenden Gebräu und führt sie vorsichtig zum Mund. Man atmet andächtig den Teeduft ein.
Nun erst nimmt man einen Schluck und genießt ihn. Die Geisha äußert: „In diesem Moment gibt es keinen Schmerz.“

Dieser meditative, fast zeitlose Moment hat mich an die Work erinnert; und hier besonders an Frage 4: „Wer wärst du ohne den Gedanken?“

Wer sind wir ohne unsere Gespenster? Wenn alles von uns abfällt? Wenn wir keine Geschichte mehr haben?

Es ist ebenso heilsam als wenn nichts anderes existiert außer dir und dem Tee.

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